Sonntag, 20. Mai 2018

Oase Huacachina - Ica - Peru

Jetzt geht es weiter, so wie wir es uns vorgenommen haben, nach Ica in die Oase Huacachina. Nur das wir nicht mit dem Luxus-Bus fahren, sondern mit einem Klein-Bus. Der ist zwar nicht so bequem aber er holt uns vor der Tür ab und und fährt uns bis vor die Tür des nächsten Hostel. Bei drei Stunden Fahrt ist der Verzicht auf Komfort nicht so schwerwiegend. Der Gewinn an Bequemlichkeit (kein Taxi suchen, keine Preisverhandlung) und die Ersparnis am Fahrpreis wiegen da viel schwerer. Mit dem eingesparten Geld können wir ständig mit den witzigen Moto-Taxis (Tuk Tuk) hin und her fahren. Da wir unsere Unterkunft ein Stück außerhalb der Oase hatten, nutzten wir diese ständig.
das erste was in Ica auffällt sind massenhaft Moto-Taxis (in Asien TukTuk)

unser Zimmer im Hostal ist wie immer Okay)
auch im Bad ist alles i.O.








 Huacachina ist eine paradiesische Oase etwa 8 km von Ica entfernt und mutet an wie ein verwunschener Ort aus tausendundeiner Nacht. Sie wird umrahmt von den größten Sanddünen Perus. Neben Baden in der idyllischen Lagune sind vor allem Sandboarden und Sandbuggy fahren beliebte Aktivitäten in der weiten Sandebene. Die Lagune wird von einem unterirdischen mineralhaltigen Anden-Fluss gespeist, wodurch sie auch, vor allem gegen Rheuma, als Heilbad genutzt werden kann.
ein paar Leute sind immer im lauwarmen Wasser
Ihr Wasserspiegel ist allerdings im Sinken begriffen, da die umliegenden Landbesitzer das Grundwasser der Oase für die Bewässerung ihrer Ländereien anzapfen. Um die paradiesische Oase vor dem Austrocknen und Verschwinden zu schützen, wird in regelmäßigen Abständen auf Beschluss der Regierung von Ica künstlich Wasser in die Lagune gepumpt. Die mächtigen Dünen sind bis zu 100 Meter hoch und tragen zur atemberaubenden Kulisse Huacachinas bei.
die Oase ist schon etwas besonderes

ein paar Bilder von allen Seiten
Bild 2

Bild 3

Bild 4

Bild 5
Unser Plan war es natürlich die angebotenen Aktivitäten mit enormem Fun-Faktor zu nutzen. Aber als erstes versuchte ich (bei unserem ersten Rundgang) eine kleine Düne zu erklettern. Dazu musste ich mir die Schuhe ausziehen denn der super feine Sand würde diese sofort füllen. Aber es war kein leichtes unterfangen. Nach ein Schritt vorwärts rutscht man mindestens 20 cm zurück. Aber ich hatte es geschafft und runter war ein Gaudi es fühlte sich an wie in Pulverschnee, nur viel heißer.
Keuch und Schnauf
aber das Ziel ist in Sicht








Wüstenwanderungen sind aber noch die normalsten Einfälle, die so mancher Urlauber haben kann. Da das Erklimmen der bis zu 100 Meter hohen Sanddünen zu Fuß ganz schön an die Substanz geht, (Hut ab vor den jungen Leuten die mit dem Sandboard und den dicken Schuhen auf der Schulter auf die hohen Dünen steigen um sie dan mit Voll-Speed herunter zu jagen)
den Surfern muss der Weg nach oben endlos vorkommen
da macht man dies am besten mit dem Wüsten-Buggy. Ausgerüstet mit getunten Motoren, Überrollbügel und traktorartigen Geländereifen düst man über die Dünen, bis den ersten Passagieren schwindlig wird und jeder ca. ein Kilogramm Sand geschluckt hat. Aber was solls am nächsten Tag begann der Spaß. Zu diesem Zeitpunkt war gerade nicht viel Los (wir konnten sogar den Preis herunter handeln) und so waren wir zu dritt in ein Buggy das für 10 Personen ausgelegt war. Das wirkte sich natürlich au das Gesamtgewicht und das heißt auf die Geschwindigkeit aus. Die Motoren sind schon der Hammer ich konnte zwar nicht erfahren wievielt PS dort zu Gange waren aber schon beim Anfahren hatte man das Gefühl das ein Flugzeug startet.
Ingrid wirft ein kritischen Blick auf den Motor
na dann kann es ja losgehen
Der Fahrer war so Gnädig und fragte „Power oder Slow“. Ich schaute den jungen Mann aus Israel an und wie aus einem Mund kam Power. Jetzt könnte jemand auf den Gedanken kommen und sagen „Alles Klar und die Meinung von Ingrid zählt wohl gar nicht“ Das ist nicht so, wir haben uns vorher abgesprochen. Und eins steht ja mal fest, wer ein Sturm mit 65 Knoten Wind und 10 m hohen Wellen durchsteht den wirft das nicht aus die Bahn. Jedenfalls wie ein startender Düsenjet jagte er die erste Düne hinauf und mit einer abartigen Geschwindigkeit und einem völlig Verrücken Winkel herunter. Ingrid hat geschrien wie eine 16-jährige ich dachte ihr reißen die Stimmbänder. (hinterher erzählte sie mir das sie in einen Bericht gelesen hat wo geschrieben stand das lautes Schreien die Fahrer zusätzlich anspornt) Jedenfalls ging das eine halbe Stunde so. Dann machten wir halt und es wurden die Snow-Bords, ach nein, die Sandbords ausgepackt. Das hat Ingrid dann doch verweigert obwohl wir „nur“ auf den Bauch liegend die Düne runter gesaust sind. Aber auch kopfüber mit einem irren Tempo die Düne hinunter zu schlittern ist ein großartiger Spaß, den man nicht jeden Tag erleben kann.
die erste Runde war noch nicht ganz so steil und lang
in der zweiten Runde ging dann die Post richtig ab (sogar mit kleiner Sprungschanze)
Jedenfalls alles in allen das war ein unglaublicher Spaß. Und wir waren der Meinung eine gute Übung für das Kleinflugzeug in Nazcar (die sollen ja auch wie Flugakrobaten unterwegs sein).
Rucksäcke schnappen und weiter geht es
Also dann bis Nazcar.






Donnerstag, 17. Mai 2018

Paracas - Peru

Islas Ballestas in Paracas – die „kleinen Galapagos Inseln“ Perus
In unserer ursprünglichen Routenplanung waren die Galapagos Inseln nicht vorgesehen denn wir wollten ja von Chile direkt nach franz. Polynesien. Durch unsere Planänderung und den Weg durch den Panama-Kanal wären sie aber wider eine Option. Aber mittlerweile wissen wir das es immer anders kommt als man denkt. Deshalb nutzen wir die Gelegenheit die sogenannten „kleinen Galapagos-Inseln“ in Peru zu besuchen. Sie liegen südlich von Lima in der Nähe von Paracas dabei handelt es sich um die Islas Ballestas. Vielleicht hast du schon einmal etwas von dem Ort Pisco gehört, der sich etwas weiter nördlich befindet. Pisco war vor vielen vielen Jahren das touristische Zentrum für Besuche der Islas Ballestas. Allerdings gab es 2007 ein schweres Erdbeben von der Stärke 7.9 in dieser Region und hat die Stadt in Schutt und Asche gelegt. Sicherlich wirst du davon heute nicht mehr viel sehen. Aber dennoch hat sich das touristische Angebot deutlich auf den kleinen Fischerort Paracas verschoben, wo du heute zahlreiche Hostels und auch teure Luxushotels findest.
und es wird weitergebaut
Die Fahrt mit dem Edel-Fernbus des Busanbieters Cruz del Sur war sehr entspannt.
sehr bequem ist es in den Bussen
und das Essen schmeckt auch

außerhalb der Touristenzentren

und nichts als riesige Sanddünen














Der Weg vom Busterminal zur Unterkunft war nicht allzu weit und wir konnten ihn zu Fuß zurücklegen.
die Bemalung der Gänge zu unserem
Zimmer war mal was anderes

Das Frühstück war auch Okay

es war sogar Zeit für eine Runde Billard














In Willys House angekommen buchten wir für den nächsten Tag sofort eine Bootstour zu den Inseln und einen Ausflug in die Atakama Wüste (die sagen Ausflug in den Nationalpark dazu). Am Abend flanierten wir wie echte Turis über die Strand Mole um anschließend etwas zu essen. Ingrid verweigerte auf einmal das wirklich gute Essen und meinte ihr geht es nicht gut sie müsse zurück zur Unterkunft. 
die Flaniermeile gesäumt von
Souvenierläden und Gaststätten

nur nicht vergessen was hier passieren kann

und immer wider tolle Gespräche mit deutschen Urlaubern (Sigrid und Steffen)

das schöne Essen, aber nichts geht mehr
Die ganzen, zurückliegenden drei Jahre haben wir es vermieden uns irgendwelche Durchfallerkrankungen einzufangen (selbst in Afrika nicht, wo wir mit dem Essen und Trinken nicht nicht allzu vorsichtig umgegangen sind). Ingrid war am nächsten Tag ein Totalausfall und ich musste den Ausflug alleine machen. Ich wurde früh morgens von einer netten, jungen Frau abgeholt und wir gingen zum Bootsanleger. Schon hier begegnete ich die ersten Pelikane, die den Fischern ihren Fang streitig machen wollen. An einem großen Steg lagen die Power-Boote (unseres hatte zwei 250 PS Außenbordmotore).
Pelikane
unser Boot









Mit entsprechen hoher Geschwindigkeit ging es dann auch los. Wir steuern mit voller Kraft aufs offene Meer zu. Wir nehmen Kurs auf eine Insel, die sich allerdings nicht als Ballesta-Insel sondern die Paracas-Halbinsel entpuppt. Hier dürfen wir einen Blick auf die Umrisse eines riesigen Candelabers werfen, der ähnlich wie die Nazca-Linien, allerdings zu einer anderen Zeit, entstanden sein soll. Man kann ihn (anders als die berühmten Linien in Nazca) ganz einfach vom Wasser aus betrachten. Dieses seltsame Gebilde erinnert an einen Kerzenleuchter (daher der Name) und ist 128 m hoch und 78 m breit. Der Tour Guide tat ziemlich geheimnisvoll. Ich glaube jedoch das die Einwohner das Symbol als Touristenattraktion selbst erstellt haben. 
auf geht´s
immer an der Wüste lang


der Candelaber (Kerzenleuchter)

Rund eine halbe Stunde nachdem wir aufgebrochen sind, wird das Vogelgeschrei immer lauter und die Felsen am Horizont immer größer und dann sind wir schließlich da. Meine Sinne fahren Achterbahn. Ich weiß gar nicht wo ich zuerst hingucken soll: zu den riesigen Schwärmen von Peru-Tölpeln, den „Hauptlieferanten“ des berühmten Guano-Düngers, die sich auf den Felsen tummeln und dicht über unseren Köpfen kreisen, zu den Seelöwen und Robben, die sich nicht nur am seichten Ufer vergnügen, sondern auch das Sonnenbad in den Felsen genießen, zu der Kolonie Humboldt-Pinguine, die dort über den kleinen Hügel watschelten, oder doch lieber zu den Chile-Pelikanen, mit ihrem putzigen Verhalten. Übrigens, über jeweils sieben Jahre ließ man die Inseln völlig unberührt, dann machen sich Männer über den angesammelten Guano her, ernten ihn (das war exteme Schwerstarbeit) und transportieren ihn ans Festland, von wo er den Weg in die Welt findet. In der Vergangenheit gab es im übrigen neben den Gärtnern noch eine zweite Gruppe, die an dem Vogelkot höchst interessiert war: das Militär. Wegen des Gehaltes an Calciumphosphat war Guano auch für die Herstellung von Sprengstoff geeignet, was eine Internetseite drastisch, aber zutreffend zu der Formulierung angeregt hat "aus Kacke Bomben bauen". Heute ist die militärische Nutzung kein Thema mehr, aber zur Zeit unserer Großväter waren die Lieferungen von den Islas Ballestas eben auch zu diesem Zweck ein heiß begehrtes Gut.
Viel zu schnell für meinen Geschmack dreht das Boot eine letzte Schleife durch das Archipel und steuert wieder auf das offene Meer zu. Ich hätte noch stundenlang auf dem Boot im Wasser treiben und das Tohuwabohu um mich herum beobachten können. Ich musste wiedermal feststellen das ich mich auf dem Meer mit seinem Bewohnern sehr wohl fühle.
die Inseln sind in Sicht
alles ziemlich bizarr

tausende von Vögeln

den Robben geht es gut

das war eine Guano Verladestelle

Abschließend kann ich nur eins sagen, die Inselgruppe der Islas Ballestas ist ein fantastisches Naturparadies und sie machen den Namen „das kleine Galapagos“ mit ihren unzähligen tierischen Bewohnern alle Ehre.
Noch ein Tipp an Leute die uns Folgen: Auf dem Boot bläst unablässig der Wind, daher unbedingt an wetterfeste Kleidung denken. Eine Kopfbedeckung schützt übrigens nicht nur vor Wind, Gischt und Sonne, sondern auch vor einer etwaigen Vogelkot-Attacke! Auch ein Feldstecher oder ein gutes Teleobjektiv können als Ausrüstung nicht schaden!
Nach einer Einstündigen Pause ging es mit dem Kleinbus in den Nationalpark (Wüste).
der Zutritt in die Atacama Wüste ist an dieser Stelle nicht kostenlos
Wir machten unterwegs mehrere Stopps. Einmal um die Steilküste, das Meer und die Überreste der „La Catedral“ zu sehen, welche beim Erdbeben 2007 zerstört wurde. Wir machten außerdem halt, um uns Fossilien anzusehen.
versteinerte Seetiere
das alles war einmal unter Wasser
 

 






Sehr beeindruckend war vor allem der rote Sandstrand, der sich so edel von den gelben Böden im Hintergrund absetzt. Hier machten wir ebenfalls eine längere Pause und wir hatten Zeit Fotos zu machen. Der Stopp bei den Flamingos hat nicht allzu viel gebracht, sie waren viel zu weit weg.
der rote Strand
baden im eiskalten Humbold Strom
In der Mittagspause schaute ich zu wie einige Wagemutige in das Eiskalte Wasser gingen. Alles in allem, für mich hat sich dieser Ausflug nicht gelohnt. Hier stand mehr das Geldverdienen im Vordergrund. Am nächsten Tag ging es Ingrid schon um einiges besser und wir konnten uns auf die Fahrt nach Ica, vor allen auf die Action in der Oase Huacachica, vorbereiten.

Montag, 14. Mai 2018

Lima - Peru

Bevor ich mit den Einzelheiten beginne, möchte ich erst einmal unsere geplante Route vorstellen die wir in einem Monat bereisen wollen. Der Start-Schuss fällt in Lima, von da geht es nach Paracas dann nach Ica in die Oase Huacachina, Nazca, Arequipa mit Colca Canyon, Puno am Titicacasee (3800 m hoch), Cusco die Inka Hauptstadt, Machu Picchu und wenn dann noch Zeit ist eventuell ein Abstecher in den Norden.
das sind die Strecken vom Fernbus Cruz del Sur
Von Ort zu Ort werden wir vorwiegend mit dem Bus reisen (die großen sind komfortabler und bequemer als ein Flugzeug). Zum jetzigen Zeitpunkt wo ich das ganze aufschreibe sind wir ja schon ein paar Tage in Peru und wir mussten feststellen das wir wahrscheinlich die ältesten Backpacker sind die hier zur Zeit unterwegs sind. Grob geschätzt liegt der Durchschnitt so zwischen 20 und 40 Jahre. Aber es ist kaum zu glauben wie freundlich und dazugehörig wir von den jüngeren Leuten behandelt werden. Denn diese Art zu Reisen erfordert eine gewisse Fitness mit Smartphone und Tablett (Bus und Unterkunft immer wider online Buchen, der Einsatz von GPS damit man weiß wo man ist und wo man hin möchte) Mit der Körperlichen Fitness hatten wir anfangs so unsere Probleme. Denn Kilometerweit laufen ist auf dem Boot keine Option. Deshalb sind wir die ersten Tage abends halb Tod ins Bett gefallen. Aber auch das besserte sich von Tag zu Tag.
So und jetzt der Reihe nach.
Nach einer kurzen Nacht, wir haben ja bis 1 Uhr den letzten Bericht geschrieben und um 3 Uhr mussten wir schon wider aufstehen, sind wir um 4 Uhr in das Taxi gestiegen und zum Flughafen gefahren. Hier lief alles problem- und reibungslos. Der Flug in einer nagelneuen Boeing war auch 
 völlig entspannt und das Essen super lecker.
Hurra Peru in Sicht
Mond oder Marslandschaft?









Nach dem Empfang unseres Gepäcks und dem Aus-checken ging der Ärger richtig los. Noch im abgesperrten Bereich des Ausgangs befinden sich die Stände der Taxiunternehmen wir wollten / konnten noch kein Taxi bestellen weil wir noch kein peruanisches Geld hatten und der Geldautomat außerhalb des abgesperrten Bereiches lag. Das Geldabheben war noch problemlos. Doch dann wurden wir von unzähligen Taxifahrern und Vermittlern umringt. Für den Moment waren wir völlig überfordert. Von einem im schneeweißen Hemd mit Ausweis um dem Hals ließen wir uns dann doch überreden. Sein Auto war in einem tadellosem Zustand. Ein Blick genügte um festzustellen das weder ein Taxameter noch eine Nummer vorhanden war. Noch hätten wir die Flucht ergreifen können (wir wussten eigentlich ganz genau das wir nur Funk-Taxis nutzen sollten), aber nein Trotz besseren Wissens stiegen wir ein. Unterwegs erzählte er uns etwas von Feiertag und Zuschläge. Da wir uns noch nicht auskannten sagten wir dazu erst einmal gar nichts. Als wir nach etwas über einer halben Stunde an der Unterkunft in Miraflores ankamen verlangte er 250 Soles. Da wir noch kein Gefühl für das Geld hatten bezahlten wir den Betrag. Er steckte das Geld ein und war Ruck Zuck weg. Erst jetzt begriffen wir das wir über 60 Euro für die Fahrt bezahlt hatten. Später erfuhren wir das man für die Tour maximal 60 Soles das heißt 15 Euro bezahlt. Aber es lohnt nicht sich lange darüber aufzuregen. Wir haben diese Erfahrung in die Schublade Lehrgeld gepackt und gehen davon aus das uns das nicht noch einmal passiert. Das Blatt wendete sich auch sofort nach dem betreten unserer Unterkunft Hastal Jose Luis (übrigens eine sehr schönes Hostal). Kaum hatten wir den Eingangsbereich betreten sprach uns eine junge sehr sympathische Frau (Wiete) in deutsch an. Wir waren sehr überrascht, denn sie war als Kind in Schlabendorf, unserer alten Heimat. Unser Erstaunen wurde immer größer als wir ihren Mann und ihren aufgeweckten und kontaktfreudigen Jungen kennenlernten. Jabier ist ein super Typ und stammt aus Cusco. Er lebt aber schon eine ganze Weile in Deutschland und spricht fließend Deutsch. Da gab es natürlich viel zu erzählen. Da sie bis Ende des Monats in Cusco sind werden wir uns bei ihnen melden wenn wir ankommen.
Wiete, Jabier und Amaru immer gut gelaunt
Unsere Quatsch-Runde erweiterte noch ein italienischer Auswanderer. Er war eine Weile in Deutschland dann zwei Jahre in Kolumbien und will sich jetzt in Peru niederlassen (und eine Pizzeria eröffnen. Das waren wirklich sehr schöne und interessante Unterhaltungen.
Guerni und Wiete in der Abend-Runde


Show Time bei Amaru
Frühstücksunterhaltung
über drei Tische








 Unsere Unterkunft hatte eine gute Lage in Mirafloris, genau in der Mitte zwischen den beiden Hauptattraktionen den Parque Kennedy und dem Shoppingcenter Lacomar. Miraflores ist das Stadtviertel, das seiner Modernität wegen beliebt ist. Die schön gestalteten Straßen und Plätze sind sauber und großzügig angelegt, der Reichtum des Viertels ist unübersehbar. Dies und die Tatsache, dass sich dort viele Bars, Restaurants und Nachtclubs befinden, machen das Viertel bei Besuchern sehr beliebt. Auch die große Sicherheit in diesem Stadtteil sorgt dafür das hier fast alle Touristen übernachten. Unser erstes Ziel war der Parque Kennedy in Miraflores. Es ist der bei der einheimischen Bevölkerung wie bei Besuchern der beliebteste Platz Limas. Der nach dem amerikanischen Präsidenten J. F. Kennedy benannte Platz bildet zusammen mit dem Parque Central ein großes Areal zum Spazieren, Entspannen und Plaudern. Dafür sorgen die vielen Rasenflächen, Bäume und Blumen, ebenso wie die Spazierwege und Bänke. Umrahmt ist der Park von einigen wichtigen Gebäuden. Dazu gehört die Bezirksverwaltung von Miraflores und die katholische Kirche Virgen Milagrosa, die 1939 erbaut wurde. Ihre hellgraue Fassade ragt direkt an dem Park auf. Die Kirche ist berühmt für ihre großen Buntglasfenster und Glasmalereien, die das Leben Christi darstellen. Im Park selbst befindet sich das Chabuca Grande Amphitheater. Es wurde nach der Sängerin Chabuca Grande benannt, die sich für die kulturelle Durchmischung und die Akzeptanz der verschiedenen in Peru lebenden Kulturen untereinander einsetzte. Das Amphitheater ist der Ort kultureller Aktivitäten von weniger bekannten Künstlern und Bands, die ansonsten nicht unbedingt die Chance haben, aufzutreten. Wenn einmal keine Veranstaltung im Amphitheater stattfindet, treffen sich auf den Stufen gerne Jugendliche und Studenten zu einem Plauderstündchen. Im Park werden an Buden typisch peruanische Snacks und Süßigkeiten verkauft. Überquert man die Straße, die den Park an der Westseite begrenzt, öffnet sich eine Gasse, die Calle de las Pizzas. Sie hat ihren Namen von den vielen Pizzerien, die sich dort angesiedelt haben. Die Straße ist für Autos gesperrt, ein seltenes Phänomen in Lima. Doch gerade das macht sie zum idealen Ort, um zu flanieren, die Bars und Cafés zu besuchen, und die Spezialitäten des Landes kosten. 
Virgen Milagrosa
von vorn


Parque Kennedy

und viele bunte Budchen

Gleich neben den Park gibt es mobiles Internet und Ingrids Helferin

Unser nächstes Ziel war das Shoppingcenter in Larcomar – Das Einkaufszentrum mit Blick aufs Meer. Große Einkaufszentren gibt es überall auf der Welt. Solche, die auf Klippen gebaut und einen Blick aufs Meer bieten, jedoch eher selten. 1998 eingeweiht, war Larcomar ein umstrittenes Projekt, denn so schön die Idee der Architekten war, immerhin musste dafür der an der Costa Verde, dem grünen Küstenstreifen Limas, eine riesige Fläche betoniert werden. An der Klippe erschien ein Bauwerk, das aufgrund seiner futuristisch geschwungenen Linien, vier Ebenen und architektonischen Details an ein Schiff mit Decks und Masten erinnert, das sich auf einer Fahrt auf dem Pazifik befindet – zumindest suggeriert dies die phantastische Aussicht, die sich je nach Wetterlage und Tageszeit stark verändert. Neben den 155 Geschäften bietet Larcomar mehrere Kinos, Theater, Bowlingbahnen und Museen. Kaufen kann man also eigentlich alles dort, essen und trinken auch. Larcomar zieht etwa 500.000 Besucher monatlich an, eine stattliche Zahl. Für uns war war das ganze nichts, zuviel Beton und zu wenig Grün entsprechend kurz war unserer Aufenthalt. Wir sind lieber in die wirklich schönen Parks gegangen.

Shoppingcenter in Larcomar
für uns ist das nichts
aber wenn wir schon mal hier sind








die Füße tun weh aber die gute Laune bleibt
So zum Beispiel der Parque Reducto No 2 hier bekommt man Geschichte und Erholung. Wie kommt der Park zu diesem seltsamen Namen? Er wurde benannt nach der zweiten von fünf Festungen, die sich an dieser Stelle befand, und von der aus 1881 Truppen unter General Andrés Avelino Cácares Lima vor der chilenischen Armee schützen sollten. Die Truppen von Lima waren schlecht ausgerüstet, es war ein harter Kampf, Lima verlor. Der Park ist diesen Kämpfern gewidmet. Die Anlagen des Parks sind farblich und architektonisch ansprechend gestaltet. Rasenflächen wechseln mit Blumenrabatten ab, Pavillons laden zum Verweilen ein. Somit ist dieser Park ein Ort, in dem es in angenehmer Umgebung spazieren lässt. Das Gedenken an den Salpeterkrieg nimmt jedoch auch einen großen Raum ein, die verschiedenen Denkmäler wurden bei der Parkgestaltung auf durchdachte Weise in die Bepflanzung integriert. In einem Nachbau des alten Bahnhofs von Miraflores befindet sich auch ein kleines Museum. Der ursprüngliche Bahnhof wurde abgerissen, um einer Schnellstraße Platz zu machen, die Version im Park soll jedoch weiter an den Stellenwert des Bahnhofs erinnern. Vor dem Museum steht eine alte Dampflok, die in vergangenen Zeiten Passagiere aus Lima nach Miraflores und Chorillos ans Meer brachte, als die Stadt noch nicht ihre heutige Größe erreicht hatte.
im Park wird getanzt
ob Training oder nur so wissen wir nicht

da kommen doch alte Erinnerungen wider

aber schön sieht Sie aus














Der Höhepunkt unseres Lima Aufenthalts sollte der Besuch der Altstadt sein. Dazu nutzten wir den Red Bus (oben ohne). An der Haltestelle begegneten wir ein freundliches deutsches Ehepar das fließend Spanisch sprach. Netter Weise übersetzten sie uns die wichtigsten Sachen bei der Rundfahrt und bei den Besichtigungen.
Katrin und Steffen halfen uns wenn

wir wiedermal nichts mitbekommen haben








Unser erster Haltepunkt war Huaca Pucllana, eine Pyramide mitten in Lima. Bei Huaca Pucllana handelt es sich um eine Lehmziegelpyramide, welche sich mitten in Lima, im Stadtteil Miraflores befindet. Die Ausgrabungsarbeiten an den Pyramiden von Huaca Pucllana sind noch nicht abgeschlossen, allerdings ist die Ausgrabungsstätte bereits teilweise restauriert, so dass man sie, inklusive eines kleinen Museums, bereits besichtigen kann. Huaca Pucllana stammt aus der Zeit 200 und 700 n. Chr. und wurde auch von den später folgenden Kulturen als zeremonielles Zentrum genutzt. Interessant ist die Bauweise aus senkrecht aufgestellten Lehmziegeln. Man kann auf eine Plattform oben auf der Pyramide steigen und hat dann einen fantastischen Blick über die gesamt Ausgrabungsstätte.
und ab geht die Post


alles aus kleine Lehmziegel
da kann man nur Staunen








Der nächste und wichtigste Stopp war das Zentrum der Altstadt. Umringt von ebenso prächtigen wie kulturhistorisch wertvollen Bauten ist der Plaza de Armas der älteste Platz und die wichtigste Sehenswürdigkeit von Lima und darf bei keiner Sightseeing-Tour fehlen. Der Plaza Mayor oder Plaza de Armas ist die Geburtsstätte der peruanischen Hauptstadt Lima und bis heute Zentrum der historischen Altstadt. Gemeinsam mit dieser wurde der prachtvolle Platz im Jahr 1991 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Im Norden des Plaza Mayor, hinter einen blühenden Grünfläche mit Palmen, thront der Regierungspalast von Lima, der noch von Francisco Pizarro selbst errichtet wurde. In den fast 500 Jahren seines Bestehens wurde er mehrmals umgebaut und erweitert. Er beherbergt heute die Amtsräumlichkeiten des peruanischen Präsidenten. An Wochentagen um die Mittagszeit findet vor dem Regierungspalast die Zeremonie der Wachablösung statt. Das Filmen und Fotografieren ist wegen des dicken Eisen Zaunes nicht gerade einfach. 
der Regierungspalast von Lima
die Wachablösung








Unser nächstes Besichtigungsobjekt war die alles überragende Kathedrale. Die Kathedrale und der Palast des Erzbischofs begrenzen die Ostseite des Plaza de Armas. Das gewaltige Gebäude verfügt über zahlreiche Seiteneingänge und beherbergt die Grabstätte des Stadtgründers Francisco Pizarro. Die Besichtigung von soviel Prunk und Protz war für uns zwiegespalten. Einerseits die außergewöhnliche künstlerische und handwerkliche Leistung der Erbauer. Andererseits wurden für solch ein Glanz ganze Völker ausgerottet und ihre Reichtümer gestohlen. Selbst in den aufwendigen Schnitzereien wird daraus kein Hel gemacht. In einer Hand ein Schwert oder eine Keule in der anderen Hand die Bibel, was soll man da noch sagen.
jetzt geht es zur geballten Ladung Kirchen-Kunst und Reichtum
Schon die Decke ist der Wahnsinn
fantastische Schnitzereien


einer von vielen Längs-Gängen

Schwert und Bibel
andere Meinung - Kopf ab

nicht nur Schwert auch Keule funktioniert




ohne Worte
ohne Worte
ein Foto aus der Gruft

einfach nur ueberwältigend
so jetzt reicht es








Die neukoloniale Fassade des Bischofpalastes wirkt mit fein bearbeitetem Granit und den mächtigen Zedernbalkonen wie aus einem Fantasy-Film entsprungen, stammt jedoch tatsächlich erst aus dem Jahr 1924. Gemäß seinem Namen ist er Sitz des Erzbischofs und Zentrale der Erzdiözese Lima. Die zugehörige Sakramentskirche Iglesia del Sagrario gilt als älteste erhaltene Kirche von Lima. Die Zurschaustellung des Luxuswohnsitzes (und auch noch Eintritt verlangen) durch die katholische Kirche beziehungsweise den Erzbischof in einem armen und (noch immer) ausgebeuteten Land finden wir unangebracht und verursachte bei uns ungute Gefühle, deswegen haben wir auf ein Vordringen in des Bischofs Gemächer verzichtet. Um den Rundumblick zu vervollständigen seien noch die beiden gelben Gebäude mit wunderschönen Balkons erwähnt. Sie befinden sich gegenüber dem Regierungspalast an der Südseite des Plaza Mayor an der Olaya Passage. Ihr Name erinnert an José Olaya, ein peruanischer Unabhängigkeitskämpfer, der in dieser engen Gasse erschossen wurde. 

super schöne Balkons
auch ein Stück vom Platz entfernt








Jetzt bereiten wir uns auf die Weiterreise nach Paracas vor.